Die romantische Liebe (3. Teil der Serie)
Teil 3 der Serie “Kann uns ein Partner glücklich machen?” beschäftigt sich mit der romantischen Liebe.
Hier geht es zu Teil 1 “Verantwortung übernehmen” und Teil 2 “Den Partner akzeptieren”
Vor allem wir Frauen – aber natürlich auch einige Männer *g* – sehen uns mit Vorliebe Liebesfilme an. Wir träumen davon, auch einmal wie Julia Roberts in „Pretty Woman“ vom Traumprinzen auf dem weißen Pferd (ok, in dem Fall war`s ne weiße Limousine) abgeholt zu werden.
Fernsehshows wie „Nur die Liebe zählt“ sind seit Jahren Quotenhits. Romantische Liebeserklärungen und rührende Wiedervereinigungen von getrennten Paaren gehen uns ans Herz.
Leider ist die Realität anders – oder Gott sei Dank?
Vielleicht ist die Liebe a la Hollywood auch gar nicht so erstrebenswert? Warum enden die meisten Filme als Höhepunkt mit der Hochzeit? Vielleicht weil danach der Alltag kommt. Und für diesen Alltag würde von uns niemand eine Eintrittskarte fürs Kino kaufen oder den Fernseher einschalten, oder? Es muss was passieren, es muss spannend sein – es muss uns fesseln.
Was ist es also, was uns an diesen Liebesgeschichten so reizt?
Diese Geschichten folgen einem bestimmten Plan:
- Ein Mensch stellt plötzlich fest, dass er ohne den anderen nicht mehr leben kann oder will. Der ganze Lebensinhalt liegt ab sofort im dauerhaften Zusammensein mit der geliebten Person.
- Der Andere ist das fehlende Teil, die perfekte Ergänzung.
- Nichts geschieht von alleine. Um die Liebe des anderen zu bekommen, muss man sich anstrengen. Am besten kämpfen, Mitstreiter ausbooten und sich Tricks und Kniffe ausdenken die begehrte Person davon überzeugen, dass man selbst die ideale Wahl ist.
- Auf keinen Fall darf man zeigen, wer man ist und was man wirklich fühlt, denn im falschen Augenblick gesagt birgt dies das Risiko der Ablehnung und damit unendlichen Schmerzes.
- Durch die Steigerung von Zuneigungsgesten, wie Geschenken und anderen Überraschungen, sowie durch das suchen von Nähe treibt man die Entscheidung beim geliebten Menschen positiv voran.
- Ein Mensch, der schwer zu erreichen ist oder sich kaum öffnet, ist besonders begehrenswert, denn eine schwierige Beute macht die Jagd spannender. Deshalb ist es gut, sich selbst geheimnisvoll zu geben und sich, wo angebracht, zu verstellen. Auf keinen Fall darf man sich der begehrten Person gegenüber von Anfang an wie einem guten Freund zeigen. Das wäre eine Regelverletzung, würde das Drama zerstören, langweilig wirken und die köstliche Phase des „süßen Schmerzes“ überspringen.
- Abgelehnte Bemühungen führen sofort zu unerträglichem Leid. Die Liebe steht immer unter Zeitdruck, das Verfallsdatum naht und Eile ist geboten. Wenn sich nichts bewegt, müssen stärkere Geschütze aufgefahren werden
Diese und weitere Merkmale findet man in fast jedem Liebesroman und jedem Liebesfilm, weil sie Spannung und Drama garantieren.
Wer auch im richtigen Leben nach dem Drama sucht, der sollte diese Vorgaben befolgen. Wer aber die Nase voll davon hat, diese Spiele der Erwachsenen zu spielen oder wer einfach zu unbedarft und ungeübt ist, bleibt möglicherweise alleine. Was also tun?
Damit beschäftige ich mich in einem weiteren Artikel – Coming soon
Tags: Beziehungen, Persönlichkeitsentwicklung
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