Kann uns ein Partner glücklich machen? (Teil 2)
Im 1. Teil ging es darum, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen und nicht vom Partner zu verlangen, mich glücklich zu machen.
Diesmal möchte ich beleuchten, was wir konkret und ganz praktisch tun können, um aus der Gedankenfalle herauszukommen. Eine wichtige Voraussetzung ist diese:
Den Partner akzeptieren
Wenn wir unseren Partner nicht akzeptieren können, wie er ist, verstricken wir uns immer weiter in diesen „Anders-haben-wollen“-Gedanken und es kommt immer häufiger zu Streit.
Wenn wir uns nicht glücklich fühlen, liegt das an unserem Partner; daran, dass er dieses tut oder jenes unterlässt. Er soll sich ändern, er soll etwas tun oder etwas anderes lassen.
Wir möchten, dass unser Partner unsere Bedürfnisse erfüllt. Dabei kennen wir sie oft selbst nicht. Wir haben eine Sehnsucht in uns, die wir nicht erklären können. Wenn wir die Partner in einer unglücklichen Beziehung fragen würden: „Was wünschst Du Dir von Deinem Partner, deiner Partnerin?“, dann würden wir wahrscheinlich spontane Antworten bekommen wie: „Er sollte häufiger zuhause sein“, „Er sollte sich um die Kinder kümmern“, „Er sollte im Haushalt helfen“ – oder „Sie sollte mir mehr Freiraum lassen“, „Sie sollte nicht immer meckern“ und, und, und.
Wenn es einen Knall gäbe, und diese Wünsche wären plötzlich erfüllt, könnten wir die gleichen Menschen wieder fragen und sie würden etwas anderes finden, das sie anders haben möchten. Was will ich damit sagen?
Das, was wir bei dem anderen suchen, finden wir im Grunde nur in uns selbst.
„Hass wird nie durch Hass beendet.
Durch Liebe allein kann Hass überwunden werden.
Dies ist ein ewiges Gesetz.“ („Dharmapada“, Buddha)
Wie kommt das?
Wie das Zitat von Buddha schon so schön sagt: Hass kann nur durch Liebe überwunden werden. Ist die Liebe verschüttet, oder gar erloschen – warum auch immer – bleibt oft nur Hass, Wut, Ärger, Enttäuschung übrig.
Die guten Seiten des Partners werden nicht mehr gesehen. Stattdessen wird der Fokus auf die „negativen“, ärgerlichen Seiten gelenkt. Jeden Tag aufs Neue denkst du: „Warum macht er dies nicht, warum macht er das nicht?“ „Er kennt mich doch nun schon so lange; er müsste doch wissen, dass ich…“ „Wieso hat er schon wieder… / schon wieder nicht…?“ Merkst du, was passiert?
Du richtetest dein ganzes Denken, deine ganze Konzentration nur auf die negativen Gefühle aus, die durch das Verhalten deines Partners bei dir entstehen. Dabei entstehen diese nicht ursächlich durch das Verhalten des Partners. Das Ganze ist lediglich eine Übertragung einer Erinnerung an eine längst vergangene Situation in das heutige Leben. Ein anderer Mensch kann keine Gefühle in Dir erzeugen. Das machst Du ganz allein! Niemand kann dich fühlen machen.
Durch diese Konzentration auf das Negative werden dir immer mehr ähnliche Vorkommnisse auffallen: Immer mehr Situationen, in denen du schon wieder enttäuscht bist, in denen du dich ärgerst, dich verletzt fühlst. Hör damit auf, wenn du deine Beziehung noch nicht aufgeben möchtest.
Sage Dir innerlich: STOP!
Wechsele deinen Fokus – suche nach den positiven Eigenschaften und guten Verhaltensweisen deines Partners. Ganz bewusst. Nehme jede Kleinigkeit wahr und konzentriere dich darauf!
Hat er gestern den Müll raus gebracht, ohne dass du etwas sagen musstest? Fährt er dein Auto immer in die Werkstatt oder durch die Waschanlage? Lässt er dich immer von seinem Essen probieren, wenn ihr ausgeht?
Was es auch immer sein mag – konzentriere dich darauf! Merke es dir – schreib es dir auf.
Was hat dich früher dazu veranlasst, Liebe zu ihm zu empfinden? Welche Eigenschaften schätzt du an ihm? Ist es seine Zuverlässigkeit? Ist es seine lustige und humorvolle Art, seine Zärtlichkeit, seine Ordnungsliebe?
Was ist es?
Schreibe mindestens 30 Tage auf, welche Eigenschaften du an deinem Partner schätzt. Konzentriere dich ausschließlich auf das Positive. Vergiss alles, worüber du dich bei deinem Partner geärgert hast.
Mache diese Übung täglich und gewissenhaft.
Der Erfolg wird ganz schnell sichtbar werden.
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