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Verabredung mit mir selbst

Manchmal, in einer besonders anstrengenden Woche, nehme ich mir schon mittwochs vor: „Am Wochenende mach ich mal gar nichts. Einfach nur relaxen!“. Wenn ich an die bevorliegende schöne, ruhige Zeit denke, geht es mir gleich viel besser und ich bin voller Vorfreude.

Ich habe eine Verabredung mit mir selbst getroffen!

Hin und wieder kommt es dann vor, dass freitags abends dann eine gute Freundin oder eine guter Freund anrufen und fragen, ob ich ihnen am Wochenende bei irgendetwas helfen könnte. Sei es, beim tapezieren oder am Computer. Schwupps ist es da – das Dilemma. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich meiner Freundin absage, gleichzeitig bin ich aber traurig und enttäuscht, dass aus meinen schönen Wochenendplänen nichts wird.

Was also tun?

Sage ich meiner Freundin ab, damit ich endlich entspannen kann? Oder helfe ich ihr und verzichte auf meine dringend benötigte Ruhe? Was ist wohl besser – oder gibt es einen Kompromiss?

Ich habe mittlerweile gelernt, dass es am Besten ist, die Verabredungen mit mir selbst einzuhalten. Wenn ich das Gefühl habe, ich brauche Ruhe, ich möchte niemanden sehen oder hören, dann mache ich das einfach. Alles andere bringt nur Frustration und Unzufriedenheit. Ich erlaube mir, auch einmal NEIN zu sagen. Ich muss nicht immer für andere da sein. In erster Linie bin ich mir selbst gegenüber verpflichtet – niemand anderem. Sicher, ich habe auch manchmal noch ein schlechtes Gewissen. Aber meine Freunde akzeptieren das. Ich glaube, dass wirkliche Freunde akzeptieren, wenn man ehrlich sagt, dass man kaputt ist und sich auf ein ruhiges Wochenende gefreut hat. Weil jeder diesen Zustand kennt. Wenn die Arbeit warten kann, kann ich für einen anderen Tag meine Hilfe anbieten – wenn nicht, findet sich auch jemand anderes, der gerade Zeit hat.

Ich muss nicht immer zur Verfügung stehen.

Und niemand hat mich weniger lieb, weil ich einmal „nein“ gesagt habe. Auch bei mir war das etwas, das ich lernen musste. Viele von uns haben von Kindesbeinen an gelernt, dass „lieb sein“ unmittelbar mit „tun, was andere von einem erwarten“ zusammenhängt. Wir alle wollen gerne „lieb sein“ – aber wohin führt uns das? Wir überfordern uns selbst, unterdrücken unsere eigenen Bedürfnisse, trauen uns nicht, authentisch zu sein. Das ist nicht der richtige Weg. Wenn wir das auf die Spitze treiben, führt ein solches Verhalten unweigerlich in Burn-Out und Depression. Das ist doch nicht erstrebenswert!

Also: Bei nächsten Mal halte Deine Verabredungen mit Dir selbst ein!

Buchtipps:
Ich stehe nicht mehr zur Verfügung – Wie Sie sich von belastenden Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben

Verabredung mit mir selbst. Von der Kraft, die im Alleinsein liegt





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