Bewusstseinsschulung Teil 2: Im Leid gefangen?
Letze Woche ging es um Vergänglichkeit. Das Leben ist ein Auf und Ab – auf Regen folgt Sonne und auf Sonne folgt Regen. Das ist der Fluss des Lebens. Heute beschäftigen wir uns mit den sogenannten “schlechten Zeiten”.
Wir können die guten Zeiten nicht festhalten – genauso wenig wie die Schlechten. Natürlich werden die meisten von uns die schlechten Zeiten auch nicht festhalten wollen. Aber auch hier gibt es Konditionierungen – oft aus der Kindheit – die genau dieses bewirken können. Ich glaube, jeder von uns kennt irgendjemanden, der das Unglück geradezu magisch anzuziehen scheint. Das ist kein Schicksal – kein vom Pech verfolgt sein. Meist ist es einfach eine “Programmierung”. Di Gedanken sind ein machtvolles Instrument. Gedanken von “Bei mir geht eh alles schief!” – “Ich habe sowieso kein Glück” bewirken einen tiefen Glauben daran, dass immer nur die anderen Glück haben – ich selbst nicht. Und so erschaffen wir uns immer wieder Situationen, die uns diesen Glauben bestätigen. So sind wir in unserem Leiden gefangen – wir identifizieren uns ausschließlich über dieses Leid. Selbst wenn uns etwas Gutes widerfährt, können wir uns nicht richtig darüber freuen, weil wir sofort schon wieder an die Folgen unseres momentanen Glücks denken. Nämlich das garantiert folgende Unglück, oder sogar eine Strafe für das augenblickliche Glücklichsein!
Manche von uns fühlen sich dann auch schuldig, dass es uns jetzt so gut geht, weil wir das Glück ja nicht verdient haben. Oft haben wir gar nicht gelernt, mit positiven Lebensumständen umzugehen. Wir haben nur Erfahrung mit Schmerz und Leid und sind damit identifiziert. Das heißt, wir ziehen unsere Identität aus dem Unglücklichsein.
Eine langanhaltende Phase von Glücklichsein, stößt uns in eine tiefe Identitätskrise!
Dann kramen wir sämtliche alte, vergangene Schmerzerfahrungen heraus und reden ständig darüber, damit das Ego nicht zusammenbricht. Damit wir wieder wissen, wer wir sind. Und gottseidank ist dann alles wieder gut. Die Gedanken an die vergangenen Schmerzen, das früherer Leid sorgen dafür, dass wieder mehr von dem in unser Leben kommt – mehr Katastrophen, mehr Schmerz, mehr Leid. Aber wir wissen wieder, wer wir sind
Wir halten die schlechten Zeiten fest!
Tags: Bewusstsein, Persönlichkeitsentwicklung, Selfness
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