Von der Kunst des Schreibens – Julia Cameron


Buchbesprechung:
Julia Cameron führt uns in ihrem Buch “Von der Kunst des Schreibens …und der spielerischen Freude, die Worte fließen zu lassen” in die Schriftstellerwelt ein. Wer hier ein Sachbuch mit Tipps und Tricks zum “richtigen” Schreiben oder einen Leitfaden zum Erstellen eines Buches erwartet, wird enttäuscht werden. Dieses Buch ist mehr als ein Schreib-lern-Buch. Die Autorin begleitet uns vielmehr durch den Prozess des freien Schreibens ohne Zensur, ohne Struktur und ohne Konzept. Es geht vor allem darum, Schreibhemmungen und -blockaden aufzulösen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Dabei legt Julia Cameron in 44 kurzen Kapiteln Wert darauf, das Elitäre und Mystische aus dem Schreiben herauszunehmen. Sie bestärkt den Leser im Glauben an sich selbst und darin, dass JEDER schreiben kann – er muss es einfach nur TUN. Dazu gibt es am Ende eines jeden Kapitels eine kleine praktische Übung, die den Mut des Lesers stärken soll, die Worte einfach frei fließen zu lassen. Eine entscheidende Übung, die uns durch das ganze Buch begleitet ist diese:
Morgenseiten
In erster Linie empfiehlt Julia Cameron uns sogenannte Morgenseiten zu schreiben. Damit ist gemeint, jeden Morgen – sofort nach dem Aufstehen – 3 DIN A4 Seiten zu schreiben. Unzensiert, mit allem, was gerade da ist. Das muß keine Geschichte ergeben. Es können Gedanken sein, Träume der letzten Nacht oder Dinge, die uns innerlich beschäftigen. Wichtig ist nur, einfach loszuschreiben und den Stift möglichst nicht abzusetzen. Es empfiehlt sich, das Ganze nicht am PC sondern wirklich handschriftlich zu erstellen, weil zum Einen der Gedankenfluss zwischen Kopf und Hand direkter ist, als bei der Suche nach Buchstaben auf der Tastatur – zum Anderen weil diese Vorgehensweise gleichzeitig die Schreibmuskulatur trainiert. Ja, schreiben kann körperlich anstrengend sein – und das wiederum hemmt den Schreibfluss!
Fazit:
Ein herrlich befreiendes Buch über das Schreiben, das dem Leser Mut macht. Julia Cameron räumt ordentlich auf mit der Vorstellung, dass Schriftsteller eine besondere Begabung haben müssen. Natürlich empfiehlt sie, die Texte zunächst einmal für sich zu schreiben oder sie nur “freundlichen Lesern” zur Verfügung zu stellen, damit nicht gleich am Anfang wieder eine Schreibblockade entsteht. Das ganze Buch ist herrlich kurzweilig zu lesen. Wenn man aufmerksam liest, stellt man fest, dass die Autorin ihre eigenen Tipps und Übungen während des ganzen Buches selbst einhält. Sie macht uns vor, wie es geht – und nebenbei erfährt man eine Menge Dinge über das Leben der Autorin selbst. Die Übungen sind leicht verständlich und schnell durchzuführen. Gleichzeitig begleiten diese Übungen den Leser auf dem Weg zu sich selbst. Julia Cameron ist es in diesem Buch gelungen, dem Leser nahe zu bringen, dass freies und authentisches Schreiben von einem engen Kontakt mit sich selbst zusammenhängt. Den “inneren Schriftsteller” zu wecken und den “inneren Zensor” zum Schweigen zu bringen, das sind die wesentlichen Lernprozesse in diesem wunderbaren Buch.
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Tags: Persönlichkeitsentwicklung, Schreiben
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22.12.2009 um 10:00
das buch lese ich bestimmt. bin sehr gespannt darauf. danke für die info!